Rezensionen Mordshitze

 

KRIMIPREISTRÄGER ULRICH RITZEL

Sie haben in Ihrem Krimi ein wunderbar schnelles berlinisches Tempo angeschlagen und durchgehalten, die Geschichte fliegt einem um den Kopf…Glückwunsch, das alles passt zu Milieu und handelnden Personen. Vor allem aber: Ihre Sprache ist tough, treffend und witzig.


KRIMIBUCHHANDLUNG HAMMETT 16. 2. 2014

Es gibt ja so was wie einen Kleinstverlagsmalus. Seien wir ehrlich, nach Jahrzehnten im Krimigenre erwartet man als kritischer Fan von den ganz kleinen Verlagen nicht mehr das ganz große Ding. Manchmal wird man zwar überrascht, dann bestätigt sich wieder mal das wohlmeinende Klischee von den Kleinverlagen als „Trüffelschweinen“. Aber vom Erstlingskrimi einer altgedienten Fernseh-Journalistin, veröffentlicht als erstes und bislang einziges Buch eines (eigens dafür?) neu gegründeten Berliner Verlages, da erwartet man jedenfalls … nix. Umso schöner, wenn’s dann – außer gelegentlichen Druckfehlerchen – gar nix zu meckern gibt. Carla Kalkbrenners „Die Sonne über Berlin: Mordshitze“ (Beginn einer Serie mit dem Titel „Die Sonne über Berlin“?) liest sich flüssig, flott und spannend. Souverän, diese Autorin kann schreiben, es mag zwar ihr erster Roman sein, aber sie kann’s. Ein paar stilistische Eigenheiten heben das Buch sogar angenehm vom Einheitsbrei des sonstigen Krimikunsthandwerks ab. Ihr kleines Team um KHK Hardy Dahlberg von einer Berliner Mordkommission wirkt zwar etwas bemüht originell, die Figuren wie im Schreibworkshop ausgedacht: ein rückfallgefährdeter trockener Alkoholiker, ein energischer jüngerer Kollege mit Geheimnissen und persönlichem Trauma, eine Lesbe, ein Frischling von der Polizeifachschule und ein manchmal belächelter Oberchef mit Spitznamen Napoleon. Aber wie sie diese Individuen, ihre Charaktere und Geschichten ganz allmählich entfaltet, das verfolgt man ebenso gespannt und interessiert wie die sehr verzwickte Aufklärung des Mordes am schwerreichen Bauunternehmer. Stecken illegale Immobiliengeschäfte dahinter, Korruption? Eine rein private Abrechnung? Schmuggelgeschäfte mithilfe einer polnischen Wäscherei? – Unsere Spürhunde von der Kripo erleben so einiges, und wir sind hautnah dabei, kreuz und quer durch Berlin. Carla Kalkbrenners Erstling ist tatsächlich ein echter Berlin-Krimi. Mit reichlich Berliner Typen, farbigen, glaubwürdigen Nebenfiguren, und mit dem Lebensgefühl dieser Großstadt.
Chapeau, Madame! Wir sind gespannt auf den zweiten Band …


GALA 23. 1. 2014

Die Söhne sind weltbekannte DJs. Nun sorgt Mama Kalkbrenner mit ihrem Debüt „Die Sonne über Berlin - Mordshitze“ für Furore. Ihr Kommissar Hardy Dahlberg muss den Mord an einem Promi aufklären. Carla Kalkbrenner ist ein herrlich skurriler Krimi geglückt, ihre Sprache ist wunderbar berlinisch-witzig.


SILVIA BECKER IM NEUEN DEUTSCHLAND 15. 11. 2015

Die Berliner Krimiszene hat einen neuen Hauptkommissar: Eberhard Dahlberg, mittelgroß, mittelschwer, mittelblond. Raucher, Brubbler, Profi, Schmalzstullenesser, Kneipengast und Um-die-Ecke-Denker. Genannt Hardy. Und Hardy hat eine frische Leiche, den schwerreichen Bauunternehmer Oswald Tiefenbrock, aufgefunden in einer Suite des Nobelhotels Dom Palais im blutüberströmten weißen Bademantel. Mord in der Oberschicht, pfui Teufel! Das kommt nicht alle Tage vor. Dahlberg geht jedoch aller übermäßige Respekt vor der High Society ab, er muss an platt gedrückte Eierwärmer denken, als er vor dem Toten steht und dessen riesige Füße betrachtet, deren ebenso riesige Fersen aus weißen Hotelschlappen ragen. “Der Tote machte auf ihn einen erschöpften Eindruck und das nicht nur, weil er tot war”, lautet die lakonische Beschreibung der Gefühle eines Menschen, der schon eine Menge Leute gesehen hat, denen das Lebenslicht ausgeblasen worden war. In der Worte Knappheit, die aber durchaus mit sprachlicher Treffsicherheit einhergeht, gibt das Entree des 220-Seiten-Romans den Duktus und das Tempo des ganzen Krimis vor. Sätze, die dem gesprochenen Wort nahekommen; schnelle Ortswechsel, die das Umfeld der Opfer grob skizzieren; kurze Personenbeschreibungen, die eher zu wenig als zu viel verraten – all das ist vielleicht der Fernseherfahrung der Journalistin und Grimmepreisträgerin Carla Kalkbrenner geschuldet. Gewöhnt daran, ein gutes Bild nicht mit zu viel Informationen zu überschütten, hat sie diese Art des Ausleuchtens von Geschichten auf ihren Krimi-Erstling übertragen.

Auf jeden Fall bekommt das Geschehen so Rasanz und ehe man es sich versieht, liegen weitere Leblose auf dem Tisch des Pathologen. Mit trockenem Witz, betonter Gelassenheit und einem perfekten Berlin-Feeling, das für eine aus Dresden stammenden Schreiberin zumindest der Erwähnung wert ist, werden ungeheuerliche Vorkommnisse wie der Tod eines Babys, die Belagerung eines Marzahner Hochhauses oder das Dahinscheiden eines auf nagelneuer Landstraße unter den Laster gekommenen Radfahrers erzählt. Sie müssen von Hardy, seiner lesbischen Kollegin Claudia, die es aus dem Schwäbischen in die Hauptstadt spülte sowie von Jo und Alexander aufgeklärt werden. Alexander, eine starke Figur, der in Osteuropa aufwuchs und einen Hund mit dem Namen Halbundhalb besitzt, gerät im Laufe der Ereignisse zwischen alle Fronten und auch, wenn der letzte Satz über ihn zu Ende gelesen ist, bleiben einige Fragen offen wie die Hemdkragen in der hauptstädtischen Mordshitze. Der Leser darf aber getrost darauf hoffen, dass “Die Sonne über Berlin” auch im nebligen Herbst weiter (er)scheint und neue Verbrechen ans Licht holt.


TIP BERLIN 18. 2. 2014

Eberhard Dahlberg alias Hardy ist ein unscheinbarer, grummelnder, eigenwilliger Hauptkommissar. In Carla Kalkbrenners Krimidebüt „Die Sonne über Berlin - Mordhitze“ untersucht er den Mord an einem schwerreichen Bauunternehmer und dringt in die Sphären der hauptstädtischen High Society vor. Mit lakonischem Ton und viel Lust am Erzählen gelingt der renommierten Journalistin ein solider Einstieg ins Genre.


ANGELIKA BOHN IN DER OSTTHÜRINGISCHEN ZEITUNG 12. 10. 2014

Oswald Tiefenbrock ist als Bauunternehmer schwerreich geworden. Nun liegt er tot in der Suite eines Nobelhotels. Die Makarov, die Tiefenbrocks Leben beendete, muss das Team der Mordkommission 7 um Kriminalhauptkommissar Dahlberg nicht lange suchen.

„Mordshitze“ heißt der Krimi der Berliner Journalistin Carla Kalkbrenner, in dem die Ermittler unter der „Sonne über Berlin“ nicht mehr und nicht weniger tun, als Spuren suchen, Fragen stellen, Dinge zueinander in Beziehung setzen, eins und eins zusammen zählen. Souverän spinnt die Autorin ein feines Netz, dessen Enden in ganz unterschiedliche Richtungen führen. War Tiefenbrock in undurchsichtige Geschäfte verwickelt? Wer profitiert von seinem Ableben? Führt eine Spur nach Osteuropa?

Hauptkommissar Dahlberg und die Stadt Berlin sind die Helden dieses ersten Romans einer auf vier Krimis angelegten Serie. Stringent und psychologisch genau wird erzählt, mit welch oft untauglichen Mitteln Menschen nach dem streben, was sie für ihr Glück halten, und manche es trotzdem erlangen.